we've had some times
Theater, Himbeeren und gute Musik.

Soundtrack: Gerard - Lissabon.

Wir spielen dieses Drama hier so schön, als ob wir hoffen, dass es dafür Applaus gibt.


Der einzige Tag, der bezüglich Freizeitaktivitäten so richtig effektiv ist, ist der Samstag. Unter der Woche schließen die meisten Geschäfte und Einrichtungen Wiens bereits um 19 Uhr (oder ich bin zu müde, um mich noch großartig außerhalb der Linie Arbeit-Wohnheim zu bewegen) und am Sonntag haben sogar viele Cafés geschlossen, die nicht gerade für Touristen ausgelegt sind. Also unternehmen Sarah, Denise und ich samstags so viel, wie nur geht.

Doch zuvor waren wir am Freitag zum ersten Mal im Burgtheater, das Stück war von Woody Allen und hieß Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie. Im Grunde handelte es auf eine sehr ironische und lustige Art von der Frage, was zwei Menschen zusammenführt und dann auch zusammenhält - sehenswert ist es definitiv.

Leider habe ich die ersten 5 oder 10 Minuten verpasst, weil mein Zeitmanagement mal wieder an der Realität gescheitert ist. Resultat davon aber war, dass ich für die erste Hälfte des Stücks meine eigene Loge hatte, die sehr nahe am Spielgeschehen auf der Bühne dran war - vielleicht bringt chronische Unpünktlichkeit ja doch nicht nur Negatives mit sich.

Das Burgtheater liegt übrigens in der Nähe des Wiener Rathauses, das sich durchaus auch sehen lassen kann (sogar im Regen, wie auf dem Foto).



Den Samstag starteten wir im Café Himmelblau. Ein unglaublich süßes Kaffeehaus mit riesigen Teetassen, weißem und hellblauem Ambiente, gemütlichen Sofas, kleinen Tischchen, frisch gebackenem Kuchen, einer ausgewählten Speisekarte und unglaublich nettem Personal. Daran angeschlossen ist ein kleiner Shop, wo man Küchenutensilien und noch so allerlei Kram kaufen kann, der sehr süß und verspielt ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dort Stunden zu verbringen, Tee und Kaffee zu trinken und zu plaudern.

Abends kochten wir bei einem Glas Weißwein noch bei Sarah und Denise in der WG und verarzteten auf dem Heimweg noch die Himbeeren, die die Reise vom Markt in die Wohnung leider nicht so gut überstanden haben. Die armen Kleinen.



Die Entdeckung der Woche ist aber definitiv das WUK, ein Kulturzentrum im 9. Bezirk. Gestern fand dort der 3. Interkulturelle Tag der Musik statt und wir hörten uns in einer kuscheligen kleinen Halle, die an Hinterhöfe und mit Efeu überwucherte Gebäude mit hohen Fenstern grenzt, Musik aus aller Welt an. Die Besucher waren so gemischt und verschieden wie die Künstler selbst - aus aller Welt, allen Alters, Menschen in Hemden und Menschen mit Dreadlocks und Chucks, die gemeinsam kurdischer Musik zuhörten und zu den Trommelklängen afrikanischer Musik tanzten. Dazu gab es verdammt gutes Holunderbier. Und weil der Abend so gelungen war, bestellten die Mädels und ich heute gleich einmal Tickets für Leslie Clio, die am 30. September im WUK spielt - ich kann mir ihre Musik perfekt zu der urbanen Atmosphäre von gestern vorstellen.

Ich hoffe, ihr Lieben zu Hause feiert, tanzt, genießt und lasst es euch gut gehen (und von euch hören). Schlaft schön. Zum Abschluss des heutigen Beitrags gebe ich euch noch den Ausblick vom Balkon meines Wohnheims mit. Ihn als Skyline zu bezeichnen wäre wohl zu hoch gegriffen, aber das Wort klingt einfach so schön, wie auch der Himmel heute Abend für einen kurzen Moment war.

22.9.13 23:46
 


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