we've had some times
Straßenkunst, Checklisten und die ersten Wochenenden in Wien.

Soundtrack: Ahzumjot - Du wolltest nur Bonnie & Clyde.

Du brauchst Mailand, Paris, alle Fashionweeks -
Du brauchst Jacob, ich bin Bijou Brigitte.


Erstaunlich, wie die Zeit rast. Nun bin ich schon die dritte Woche in Wien, bald ist es ein ganzer Monat - der erste von sechs, minus Weihnachtsferien. Da soll noch mal einer sagen, mir würde Mathematik nicht liegen.

Die Arbeit im Rahmen meines Praxissemesters macht mir noch immer Spaß. Ich bin abends oft so müde, dass ich einfach komplett angezogen und mit Musik und Licht einschlafe, wenn der Plan eigentlich war, sich nur kurz für fünf Minuten hinzulegen. Aber ich mag das, denn das Praktikum ist (heraus-)fordernd. Ich komme immer mal wieder an meine Grenzen und teste aus, wie viel geht. Ich werde von sehr lieben und offenen Menschen angeleitet, deren erster Satz stets war: "Wenn du eine Frage hast oder etwas brauchst, mein Büro ist dort den Gang runter, komm gerne vorbei." Ich bin viel unterwegs, sehe viel, höre viel, nehme viel auf und bin davon manchmal so erschlagen, dass ich erst auf dem Weg nach Hause die Ruhe haben, all das Revue passieren zu lassen, was sich den Tag über ereignet hat. Aber all das ist gut. All das ist Lehre und vor allem auch Faszination.

Meine beiden Wochenenden habe ich mit Sarah und Denise verbracht, den beiden Mädels von meiner Uni, die ebenfalls ihr Praxissemester in Wien machen. Letzte Woche starteten wir unsere Wien-Tour auf dem Brunnenmarkt. Ich habe mich dort ein bisschen an Birmingham erinnert gefühlt:

Marktstände, die sich aneinanderreihten und an Obst und Gemüse alles boten, was das Herz in Abwechslung zu studentischem Fast Food so begehrt.

Menschen, die sehr bunt und multikulti sind. Nicht umsonst wird der Brunnenmarkt auch Orient ums Eck genannt.

Anschließend begaben wir uns auf die Suche nach dem Café International und scheiterten daran. So tragisch war das aber nicht, denn das Kaffeehaus, wo wir stattdessen landeten, punktete mit gemütlicher Atmosphäre, handgeschriebener Speisekarte und Tipps aus erster Hand, die wir von sehr netten Wiener Kellnerinnen bekamen.

Am Ende dieses Tages nutzen wir noch die letzten Sonnenstrahlen im September und machten uns auf den Weg ins Museumsquartier, in dessen Mitte alles sehr grün und ruhig ist - perfekt für einen Sonntagnachmittag. Einen neuen Freund habe ich dort auch gefunden (Caro, das geht an dich ):



Das vergangene Wochenende starteten wir im Dorotheum, dem ältesten Pfand- und Auktionshaus der Welt. Es steht definitiv in Wien und nicht in Birmingham und war sehr hübsch aufgemacht, auch wenn mich die verrosteten und jahrzehntealten Blechschilder mehr beeindruckten als die teuren Schmuckstücke.



Anschließend kehrten wir für einen Kaffee im Aida am Stephansplatz ein (ihr seht, das Wort Kaffee wird in den kommenden sechs Monaten ab und an mal fallen). Das Aida ist sehr süß und sehr, sehr rosa. Dort habe ich dann zum ersten Mal in meinem Leben Sachertorte probiert und kann damit eine Sache mehr auf der Liste der Dinge abhaken, die ich in Wien noch unbedingt tun oder sehen will. Diese Liste existiert übrigens noch nicht in der Realität, lediglich in meinen Gedanken.





Weitere Highlights dieser beiden Wochenenden waren der Tag der offenen Tür in den Wiener Tanzschulen - inklusive Willkommenssekt - und ein Kinobesuch im Bellaria, das nachmittags alte Schinken in Schwarzweiß zeigt und auch genauso nostalgisch aufgemacht ist. Fotografien in Schwarzweiß schmücken die Wände und die Dame an der Kasse hat uns noch mit Taschenlampe zu unseren Sitzplätzen begleitet. Die Gelegenheit, ein Foto von diesem hübschen Ort in Retrospektive zu machen, habe ich leider versäumt, aber ich hole sie auf jeden Fall noch nach.

Denise und Sarah haben mir übrigens noch eine sehr nette Strandbar gezeigt, die direkt am Donaukanal liegt, Mango-Lassi anbietet und den Blick auf mehr als hübsche Graffitis freigibt.









Wien war definitiv eine gute Entscheidung, so schön, wie die Stadt schon jetzt für mich ist. Ich hoffe, ich konnte euch einige meiner eigenen Eindrücke schenken.

Küsse nach Hause.
17.9.13 01:37
 


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