we've had some times
Der Wiener Prater, ein Spaziergang an der Donau und meine ersten Erfahrungen mit Waschsalons.

Soundtrack: Casper - Im Ascheregen.

Ich breche auf, bin raus.
Dreh das Radio laut, fahr zum Hügel hinauf.
Und tanz im Ascheregen.


Die erste Woche in Wien und im Praktikum ist nun beim Freitagabend angelangt. Die Arbeit selbst schlaucht mich meistens so sehr, dass ich abends müde und mit Licht einschlafe, denn jeden Tag gewinne ich 1000 neue Eindrücke, die erstmal verarbeitet werden wollen. Ich werde (heraus-)gefordert und das gefällt mir so ganz gut. Meine Mittagspause gestern habe ich genutzt, um mir kurz den Prater anzuschauen. Er liegt nur ein paar Gehminuten von meiner Arbeitsstelle entfernt und die Filiale der Wiener Linien, wo ich mir ohnehin noch ein Semesterticket holen wollte, lag auch auf dem Weg.



Ich bin jetzt zumindest nicht mehr ganz so untröstlich, dass ich die x-te Saison hintereinander den Wasen bzw. das Frühlingsfest in Stuttgart verpasse, denn der Wurstelprater ist ein mehr als nur würdiger Ersatz dafür. Ich bin schon jetzt absolut verliebt in das wunderschöne Riesenrad, das er zu bieten hat, genauso wie in das Kettenkarussell, all die Essensbuden mit süßen und herzhaften Sünden und einfach auch in die Atmosphäre an sich. Mit Postkarten und sogar mit einem Stadtplan habe ich mich auf dem Prater auch gleich eingedeckt, wobei dieser wohl eher zur Dekoration an die Wand kommt. Es ist ja nicht so, dass ich keine Stadtpläne lesen könnte ... Aber mein neu erstandener Reiseführer hat auch einen zu bieten, so könnte ich zumindest den Eindruck erwecken, mich irgendwie zurecht zu finden, was definitiv noch nicht ganz der Fall ist.







Mein zweiter Spaziergang heute war nämlich eher unfreiwillig, denn ich habe bisher noch nicht ganz in Erfahrung bringen können, welche der U-Bahn-Stationen in der Nähe meines Wohnheims liegt. Resultat davon war, dass ich mich heute in einer Ecke von Wien wiederfand, die mir so ungefähr gar nichts sagte. Mein Glück ist, dass ich in einer Gegend wohne, in der die Gebäude meterhoch und auch aus der Ferne zu sehen sind, also gute Fixpunkte für mich. Da ich keine Ahnung hatte, wie ich nun zu meinem Wohnheim in einer gefühlten Entfernung von 80 Kilometern kommen sollte, entschied ich mich zu laufen. Man könnte das Ganze natürlich auch als idyllischen Spaziergang an der Donau entlang tarnen, aber diejenigen, die mich kennen, würden mir diese Lüge wohl ohnehin nicht glauben. Eine kleine Momentaufnahme davon gibt es trotzdem.



Nachdem ich mich von diesem Ausflug kurz erholt habe, ging das Abenteuer dann auch gleich weiter. Ich kann die Waschmaschinen im Wohnheim leider noch nicht nutzen, weil ich dafür eine österreichische Bankkarte brauche und diese wohl nicht vor Ende nächster Woche ihren Weg zu mir finden wird. Also habe ich heute kurzerhand meine Wäsche zusammengepackt und mich auf den Weg zum nächsten Waschsalon gemacht. Fazit 1:

Ich stehe total auf die Atmosphäre in Waschsalons. Dieser war bunt und freundlich gestaltet und bot weiche Bänke, auf denen ich es mir bequem machte und die Zeit mit dem Schreiben von Postkarten verbrachte, während ich den bunten Sachen beim Schleudern zusah. Außerdem kam und ging in den 80 Minuten eine sehr bunte Mischung an Menschen ein und aus, die ich gerne beobachtete.

Fazit 2: Lies vor der Benutzung auf jeden Fall die verdammte Anleitung genau durch! Ich habe das als Waschsalon-Anfängerin nämlich vernachlässigt. Resultat: Kochwäsche. Die Frau, die ich dann panisch um Hilfe bat, kommentierte das Ganze nur mit einem lässigen "Na, die Wäsch' ist hin." Von wegen, da waren meine Lieblingsteile drin, die würde ich retten. Also habe ich das Programm abgebrochen, normale Buntwäsche eingestellt und gebetet, dass mir meine Lieblingsjeans nach nur 5 Minuten bei 90° noch passen würden. Ich war wohl noch nie so aufgeregt beim Öffnen einer Waschmaschine, wie ich es heute war. Ist zum Glück aber alles gut gegangen, zumindest hat auf den ersten Blick alles noch die Originalgröße, die es hatte, bevor es kurz gekocht wurde. Diese fünf Minuten Angst waren mir auf jeden Fall eine Lehre für das nächste Mal.



Morgen treffe ich mich dann mit Sarah und Denise, den beiden Mädels von meiner Uni, die wie ich ihr Praxissemester in Wien machen. Ich freue mich schon auf ein paar vertraute Gesichter und natürlich das weitere Erkunden dieser großen, aufregenden und schönen Stadt, hoffentlich ohne weitere Zwischenfälle. Aber immerhin bleibt es so spannend.

Küsse nach Hause.
6.9.13 21:31
 


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