we've had some times
Geschichten vom Reisen und Ankommen.

Soundtrack: Paolo Nutini - Candy.
I know that they're writings on the wall, but baby ...


Die ersten beiden Tage in Wien neigen sich nun auch schon ihrem Ende zu. Ich bin erschöpft, aber zufrieden. Ich mag die Stadt gern, sie ist groß und windig.

Als ich gestern die Tür zu meinem Zimmer auf Zeit geöffnet habe, war ich gleich ein bisschen verliebt. Nicht unbedingt, weil ich das Schlimmste befürchtet hatte, aber bei der Beschreibung im Internet klingelten schon ein paar alte Athena-Ängste. Die werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr los. Das Haus Panorama jedenfalls ist in den wichtigsten Punkten definitiv anders:

Klein und süß und sauber. Eine Studentin aus Regensburg, die ich gestern beim Einzug kurz kennengelernt habe, fand dafür die treffende Beschreibung "Schuhkarton, aber mein eigener Schuhkarton." Das Badezimmer ist klein, hat aber alles, was es als solches benötigt - Waschbecken, Toilette, Dusche und vor allem eine Tür. Als ich das gesehen habe, war ich schon vollkommen verliebt in meine neue Bleibe. Darüber hinaus habe ich im Flur meinen eigenen Kühlschrank, einen Kleiderschrank, noch einen Schrank - wohl als Vorratskammer gedacht - und eine Garderobe. Das Zimmer selbst bietet mehr Stauraum, als ich brauche, aber dafür habe ich mich gestern gleich mal ans Dekorieren und Einrichten gemacht. Was soll ich sagen - ich fühle mich jetzt schon wohler darin, als ich es nach Monaten in meinen anderen Bleiben tat, das Studentendorf vielleicht mal ausgenommen.











Punkt 2, um verliebt zu sein: Linoleum, kein Teppichboden. Und weil ich das Zimmer am Ende des Gangs habe - schon wieder Athena-Erinnerungen! - liegt der Balkon quasi direkt vor meiner Nase, zum Rauchen habe ich es also genau drei Schritte weit. Als ich gestern Abend dort oben stand, kam mir der Gedanke, dass mich Wien (oder zumindest der Teil davon, in dem ich nun wohne) an eine sauberere und hübschere Version von Birmingham erinnert, aber vielleicht haben das Großstädte mit ihren riesigen Gebäuden auch einfach nur an sich. Und so sieht das Ganze von weiter weg aus:



Damit ich Zugang zum Internet bekommen konnte, habe ich dann abends noch meinen Computer im System registrieren lassen - supernette und hilfsbereite Studis! - und das war es dann auch schon. Fast 800 Kilometer Autofahrt innerhalb von 2 Tagen und das Hochschleppen und Einräumen der Sachen hat mich müde gemacht, immerhin wartete der erste Praktikumstag heute auch schon auf mich. Auch dieser war schön:

Das Team scheint sehr nett und entspannt zu sein, alle sind per Du miteinander und für das Arbeitsfeld brenne ich ja ohnehin. Jetzt bin ich gespannt, was noch so kommt und was mich erwartet. Der Arbeitstag morgen beginnt um 9 und endet um 21 Uhr, ich werde also auf Trab gehalten. Das ist ganz gut so, denn der Teil meines Wohnheims, in dem ich wohne, scheint noch menschenleer zu sein. Die Küchen sehen unbenutzt aus, andere Raucher habe ich auf dem Balkon auch noch nicht getroffen und meine Mitbewohnerin ist bisher unsichtbar geblieben. Da könnte einen so ganz allein in so einer großen Stadt fast das Heimweh überkommen, aber bisher hielt mich all das Organisatorische ganz gut auf Trab. Angemeldet in Wien habe ich mich heute auch schon, ein österreichisches Konto eingerichtet und mich nicht darüber gefreut, dass ich nach einer Stunde, in der mein Auto vor meiner Prakitkumsstelle stand, bereits einen fetten Strafzettel von 36 € kassiert habe. Absolut gemein. Der Plan ist jetzt, es mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu schaffen - bei meinem Glück und meiner Orientierung werde ich sehr bald sehr viel von Bratislava sehen, wenn ich nur versuche, mit dem Bus in den nächsten Wiener Bezirk zu kommen.

Ich werde berichten, wie das Abenteuer weitergeht.
Fühlt euch zu Hause geliebt und vermisst.
3.9.13 18:10
 


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